Cushing Syndrom Hund

Das Wichtigste in Kürze
- Cushing entsteht beim Hund durch dauerhaft erhöhtes Cortisol, meist ausgelöst durch einen gutartigen Hypophysentumor
- Typische Anzeichen sind starker Durst, häufiges Urinieren, Heißhunger und ein aufgeblähter Bauch
- Die Diagnose erfordert spezielle Hormontests, eine einzelne Blutuntersuchung reicht nicht aus
- Trilostan ist der einzige in der EU zugelassene Wirkstoff zur Behandlung (Stand 2026)
- Unbehandelt schränkt die Erkrankung die Lebensqualität deutlich ein, mit Therapie ist die Prognose meist gut
- Die Erkrankung ist nicht heilbar, aber in der Regel gut kontrollierbar
Was ist Cushing beim Hund?
Das Cushing-Syndrom bezeichnet eine chronische Überproduktion des Hormons Cortisol in der Nebennierenrinde. Tierärzte sprechen fachlich auch von Morbus Cushing oder Hyperadrenokortizismus, wobei sich international zunehmend die Bezeichnung Cushing-Syndrom durchsetzt.
Cortisol ist eigentlich lebensnotwendig: Es steuert den Stoffwechsel, dämpft die Immunantwort und wird bei Stress kurzfristig verstärkt ausgeschüttet. Bleibt der Spiegel jedoch dauerhaft zu hoch, gerät der Organismus Deines Hundes aus dem Gleichgewicht. Betroffen sind fast ausschließlich ältere Tiere, meist ab einem Alter von sechs bis acht Jahren.
Ursachen: Wodurch entsteht Morbus Cushing beim Hund?
In 80 bis 85 Prozent der Fälle liegt ein gutartiger Tumor der Hirnanhangdrüse zugrunde, der unkontrolliert das Hormon ACTH ausschüttet und dadurch die Nebennieren zur Überproduktion von Cortisol anregt. Bei den restlichen 15 bis 20 Prozent ist ein Tumor direkt in der Nebenniere selbst die Ursache, wie unter anderem die DocCheck-Flexikon-Übersicht zum Hyperadrenokortizismus beschreibt.
Eine dritte, komplett andere Ursache ist die langfristige, oft eigenständig verlängerte Einnahme von Kortisonpräparaten. In diesem Fall spricht man von einem iatrogenen (durch die Behandlung ausgelösten) Cushing-Syndrom. Es entsteht nicht durch die Nebennieren selbst, sondern durch von außen zugeführte Glukokortikoide, etwa bei Allergien oder Hautproblemen, die über längere Zeit unkontrolliert dosiert wurden.
Bestimmte Rassen wie Pudel, Dackel, Terrier und Boxer scheinen etwas häufiger betroffen zu sein, ein alleiniges Ausschlusskriterium ist die Rasse aber nicht.
Diese Symptome solltest Du kennen
Cushing zeigt sich beim Hund meist durch mehrere Symptome gleichzeitig, die sich schleichend über Monate entwickeln, weshalb sie von Halterinnen und Haltern anfangs oft als normale Alterserscheinung eingeordnet werden. Typisch sind:
- Deutlich gesteigerter Durst und vermehrtes Urinieren
- Auffallend gesteigerter Appetit
- Ein rundlicher, aufgeblähter Bauch bei gleichzeitigem Muskelabbau
- Dünnere Haut, schlechtere Wundheilung und sichtbare Blutgefäße
- Fellverlust, meist symmetrisch am Rumpf, ohne Juckreiz
- Vermehrtes Hecheln, auch ohne Anstrengung
- Lethargie und sichtbare Muskelschwäche
Nicht jeder Hund zeigt alle diese Anzeichen gleichzeitig, und die Ausprägung variiert stark. Genau das macht Cushing im Frühstadium beim Hund so leicht zu übersehen.
Wie erkennst Du Cushing bei Deinem Hund im Alltag?
Das Cushing-Syndrom lässt sich bei einem Hund häufig auch über Bilder aus dem Internet nachvollziehen, auf denen die typischen Veränderungen oft besonders deutlich wirken: kahle Flanken, ein stark vorgewölbter Bauch, dünnes Fell. In der Praxis entwickeln sich diese Merkmale aber über Wochen und Monate, nicht über Nacht. Ein solcher Bildvergleich kann helfen, ein Gefühl für das Erscheinungsbild zu bekommen, ersetzt aber keine tierärztliche Untersuchung. Wenn Dir Veränderungen an Deinem Hund auffallen, lohnt sich ein Termin bei Deinem Tierarzt in München, bevor Du Dich allein auf einen Bildvergleich verlässt.
So wird Cushing diagnostiziert
Eine einzelne Blutuntersuchung reicht zur Diagnose nicht aus. Bestätigt wird der Verdacht in der Regel über spezielle Hormontests wie den ACTH-Stimulationstest oder den Low-Dose-Dexamethason-Suppressionstest, ergänzt durch eine Urinuntersuchung und bildgebende Verfahren.
Per Ultraschall lassen sich die Nebennieren auf Größe und mögliche Tumoren untersuchen, wie die Tierklinik Sattledt in ihrer Übersicht zum Hyperadrenokortizismus beschreibt. Bei größeren Hunden kann zusätzlich eine Computertomografie sinnvoll sein, da sich die Nebennieren im Ultraschall dann oft schwerer beurteilen lassen. Ein MRT kommt zum Einsatz, wenn der Verdacht auf einen Hypophysentumor besteht, wobei auch ein unauffälliges MRT einen solchen Tumor nicht sicher ausschließt.
Wenn Du unsicher bist, welche Praxis in München die passende Diagnostik anbietet, hilft Dir eine kurze Rücksprache mit fellow in Au-Haidhausen weiter. Wir sind auch als Tierarzt für Giesing unkompliziert erreichbar.
Behandlung: Wie wird das Cushing-Syndrom therapiert?
Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Bei den meisten Hunden mit hypophysenabhängigem Cushing-Syndrom ist eine dauerhafte medikamentöse Behandlung die erste Wahl, da eine Operation am Gehirn mit hohen Risiken verbunden und nur in spezialisierten Zentren möglich ist.
Trilostan ist aktuell der einzige in der EU zur Behandlung des caninen Cushing-Syndroms zugelassene Wirkstoff (Stand 2026). Er hemmt die Cortisolbildung in der Nebennierenrinde. Bei vielen Hunden verbessern sich Durst, Appetit und Hecheln bereits innerhalb der ersten zwei Wochen, während sich Fell, Haut und Bauchform meist erst über drei bis sechs Monate zurückbilden.
Wichtig: Ein iatrogenes Cushing-Syndrom, ausgelöst durch Kortisonpräparate, darf niemals abrupt abgesetzt werden. Die Nebennieren brauchen nach längerer Unterdrückung Zeit, um wieder ausreichend eigenes Cortisol zu produzieren. Ein zu schnelles Absetzen kann in ein lebensbedrohliches Addison-Syndrom münden.
Was bedeutet die Diagnose für die Prognose Deines Hundes?
Das Cushing-Syndrom ist bei einem Hund nicht heilbar, aber in den meisten Fällen gut kontrollierbar. Mit passend eingestellter Trilostan-Dosis und regelmäßigen Kontrollterminen erreichen viele Hunde wieder eine deutlich verbesserte Lebensqualität. Ohne Behandlung schreitet die Erkrankung fort und begünstigt Folgeprobleme wie Diabetes, Bluthochdruck oder eine erhöhte Infektanfälligkeit.
Regelmäßige Nachkontrollen, meist über Blutbild und Hormontests, sind entscheidend, um die Dosierung im Verlauf anzupassen. Bei fellow können Hundehalter aus verschiedenen Münchner Stadtteilen diese Kontrollen über die gesamte Behandlungsdauer begleiten lassen – zum Beispiel, wenn Du einen Tierarzt für die Ludwigsvorstadt oder einen Tierarzt für Harlaching suchst.
„Viele Halter kommen erst, wenn der Bauch schon deutlich sichtbar verändert ist. Dabei sind starker Durst und vermehrtes Urinieren oft die ersten und zuverlässigsten Warnzeichen, gerade bei älteren Hunden", erklärt Dr. Petra Richter, Praxisleitung und Fachärztin für Innere Medizin der Kleintiere bei fellow.
FAQ zum Cushing-Syndrom beim Hund
Kann Cushing beim Hund auch ohne die typischen Symptome auftreten?
Ja, gerade im Frühstadium zeigen manche Hunde nur einzelne, unspezifische Anzeichen wie leichte Erschöpfung oder etwas gesteigerten Appetit. Vollständig symptomlose Verläufe sind selten, da erhöhtes Cortisol den Stoffwechsel messbar beeinflusst. Häufig fällt die Erkrankung deshalb zunächst durch Zufallsbefunde im Blutbild auf, etwa erhöhte Leberwerte, bevor die klassischen äußeren Veränderungen sichtbar werden. Eine genaue hormonelle Abklärung ist in solchen Fällen besonders wichtig, um die Diagnose nicht zu verzögern.
Wie oft muss mein Hund während der Trilostan-Behandlung zur Kontrolle?
Zu Beginn der Therapie sind engmaschige Kontrollen notwendig, meist nach zehn bis vierzehn Tagen, dann nach vier und zwölf Wochen. Danach werden die Abstände in der Regel auf alle drei bis sechs Monate ausgeweitet, sofern der Hund stabil eingestellt ist. Bei diesen Terminen wird üblicherweise ein ACTH-Stimulationstest durchgeführt, um die Dosis bei Bedarf anzupassen. Wird die Kontrolle vernachlässigt, steigt das Risiko einer Über- oder Unterdosierung.
Kann Cushing beim Hund unbehandelt zum Tod führen?
Ja, ein dauerhaft erhöhter Cortisolspiegel kann unbehandelt zu schweren Folgeerkrankungen führen, etwa Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder wiederkehrenden Infektionen durch die geschwächte Immunantwort. Diese Begleiterkrankungen verkürzen die Lebenserwartung deutlich stärker als das Cushing-Syndrom selbst. Mit rechtzeitiger Diagnose und passender Therapie lässt sich dieses Risiko jedoch deutlich senken.
Gibt es Unterschiede zwischen Cushing-Syndrom und Morbus Addison beim Hund?
Ja, beide Erkrankungen betreffen die Nebennieren, wirken aber genau entgegengesetzt. Beim Cushing-Syndrom produziert der Körper zu viel Cortisol, beim Morbus Addison zu wenig. Ein zu schnelles Absetzen von Cushing-Medikamenten wie Trilostan kann sogar ein Addison-Syndrom auslösen, weshalb die Dosierung immer tierärztlich begleitet werden muss. Die Symptome unterscheiden sich entsprechend: Addison zeigt sich häufig durch Schwäche, Erbrechen und Kreislaufprobleme statt durch übermäßigen Durst und Heißhunger.
Wer ist ein guter Tierarzt für das Cushing-Syndrom beim Hund in München?
Eine gute Praxis für die Behandlung des Cushing-Syndroms erkennt man an fundierter Erfahrung mit endokrinologischen Erkrankungen, Zugang zu eigener Labordiagnostik für schnelle Hormontests und der Bereitschaft, die Therapie über Monate engmaschig zu begleiten statt nur einmalig einzustellen. fellow bietet in München eine hauseigene Labordiagnostik, die kurzfristige Kontrolltermine ohne lange Wartezeiten auf externe Laborergebnisse ermöglicht. Durch die enge Begleitung über die gesamte Behandlungsdauer lässt sich die Trilostan-Dosis zuverlässig an den individuellen Verlauf Deines Hundes anpassen. Wenn Du vermutest, dass Dein Hund Cushing hat, ist ein zeitnaher Termin der sinnvollste nächste Schritt für eine zuverlässige Diagnose.



