Animal
Topic
15.10.2026
|
Julia Schuster

Hund frisst Gras

Dein Hund frisst Gras? Das ist in aller Regel kein Grund zur Sorge. Dieser Ratgeber erklärt, warum das Verhalten normal ist, wo es riskant wird und woran du erkennst, dass ein Tierarztbesuch nötig ist.
5 min
Lesezeit
In diesem Artikel

Du möchtest doch lieber auf Nummer sicher gehen und nochmal abchecken lassen? Buche kostenlos einen Termin und komme mit deinem Liebling bei uns in der Praxis vorbei.

Jetzt Vorsorgetermin buchen
Weißenburger Str. 32, 81667 München
4.9 Sterne (123 Bewertungen)

Das Wichtigste in Kürze

  • Rund 79 % aller Hunde fressen laut einer Verhaltensstudie der University of California, Davis regelmäßig Gras, meist ohne erkennbaren Anlass.
  • Nur etwa 9 % der Hunde wirkten in der Studie vor dem Grasfressen krank, nur rund 22 % erbrachen anschließend.
  • Ein Nährstoffmangel gilt als Ursache als unwahrscheinlich, das Verhalten zeigt sich unabhängig von der Futterart.
  • Gefährlich wird Gras vor allem durch Schneckenkorn, Lungenwurmlarven im Schneckenschleim und Pestizide auf Wiesen und Feldrändern.
  • Bei Blut im Erbrochenen oder Kot, anhaltendem Erbrechen, Apathie oder plötzlich verändertem Verhalten gehört dein Hund zum Tierarzt.

Warum frisst mein Hund Gras?

Dein Hund frisst meist aus Instinkt, Neugier oder Geschmack Gras, nicht weil ihm etwas im Futter fehlt. Fachleute unterscheiden dabei instinktive, ernährungsbedingte und gelegentlich gesundheitliche Ursachen. Eine einzelne, eindeutige Erklärung gibt es auf die Frage "Warum fressen Hunde Gras?" bis heute nicht. Hunde stammen vom Wolf ab, der über den Mageninhalt pflanzenfressender Beutetiere regelmäßig Gräser und Kräuter aufnimmt. Dieses Verhalten scheint sich bis heute erhalten zu haben, unabhängig davon, ob der Hund satt ist oder nicht. Manche Hunde grasen auch aus Langeweile oder zur Selbstberuhigung, ähnlich wie andere Hunde an Spielzeug kauen.

Ein häufiger Irrglaube: Ein Nährstoffmangel treibt Hunde zum Grasen. Kontrollierte Fütterungsversuche zeigten jedoch keinen Zusammenhang zwischen Futterart, Ballaststoffgehalt und Häufigkeit des Grasfressens, die aufgenommene Menge reicht für einen echten Ausgleich ohnehin kaum aus.

Ist es normal, wenn Hunde Gras fressen?

Ja, das ist laut der bislang umfangreichsten Untersuchung zu diesem Thema fast immer normales Verhalten. In der Studie von Sueda, Hart und Cliff an der UC Davis gaben 79 % von 47 systematisch befragten Haltern an, dass ihr Hund regelmäßig Gras oder andere Pflanzen frisst.

In einer ergänzenden Online-Befragung mit 1.571 auswertbaren Fragebögen zeigte sich: 68 % der Hunde fraßen täglich oder wöchentlich Pflanzen, meist Gras. Nur 9 % wirkten regelmäßig vorher krank, nur 22 % erbrachen im Anschluss. Die Forschenden werteten dies als Beleg dafür, dass Grasfressen ein normales Verhaltensrepertoire ist und kein zuverlässiges Krankheitszeichen.

Wann ist Grasfressen beim Hund gefährlich?

Nicht das Gras selbst ist meist das Problem, sondern das, was darauf oder darunter liegt. Schneckenkorn wirkt über den Wirkstoff Metaldehyd oft schon innerhalb weniger Stunden auf das Nervensystem, laut Verbraucherzentrale sind viele Produkte trotz gegenteiliger Werbung nicht ungefährlich für Haustiere. Über Schnecken und deren Schleimspuren auf Grashalmen kann sich dein Hund zudem mit dem Lungenwurm (Angiostrongylus vasorum) infizieren, der laut Bundesverband für Tiergesundheit e.V. auch in Deutschland zunehmend verbreitet ist. Weitere Risikoquellen sind frisch gedüngte Flächen, Herbizide sowie giftige Pflanzen wie Oleander oder Herbstzeitlose zwischen dem Gras.

„Wenn ein Hund plötzlich hektisch ganze Grasbüschel frisst und dabei unruhig wirkt, werten wir das anders als das entspannte Grasen beim Spaziergang. In solchen Fällen schauen wir uns Magen-Darm-Trakt und Blutbild genauer an", erklärt Dr. Petra Richter, Praxisleitung und Fachärztin für Innere Medizin der Kleintiere bei fellow.

Harmloses Grasfressen oder Warnsignal?

Die folgende Übersicht hilft, harmloses Grasen von echten Warnzeichen zu unterscheiden:

Merkmal
Meist harmlos
Warnsignal
Merkmal

Menge

Meist harmlos

Einzelne Halme

Warnsignal

Ganze Büschel samt Erde

Merkmal

Verhalten

Meist harmlos

Entspannt, gelegentlich

Warnsignal

Hektisch, zielgerichtet, mehrmals täglich

Merkmal

Nach dem Fressen

Meist harmlos

Kein oder einmaliges klares Erbrechen

Warnsignal

Wiederholtes Erbrechen, Blut, ungewöhnliche Farbe

Merkmal

Begleitsymptome

Meist harmlos

Keine

Warnsignal

Durchfall, Apathie, Appetitlosigkeit, harter Bauch

Wann solltest du mit deinem Hund zum Tierarzt?

Ein Tierarztbesuch ist nötig, wenn zum Grasfressen weitere Symptome hinzukommen: Blut im Erbrochenen oder Kot, wiederholtes Erbrechen über mehr als einen Tag, Durchfall, Apathie oder anhaltende Appetitlosigkeit. Auch ein harter, aufgeblähter Bauch mit erfolglosem Würgen ist ein Notfall, dahinter kann eine lebensbedrohliche Magendrehung stecken.

"Mein Hund isst Gras und wirkt dabei völlig normal." Dann reicht in der Regel Beobachten. Verändert sich das Verhalten aber plötzlich, notiere dir Zeitpunkt, Menge und Begleitsymptome. Diese Informationen helfen bei der Diagnose bei deinem Tierarzt in München deutlich weiter.

Bei akutem Vergiftungsverdacht gilt in München der Giftnotruf 089 19240 (Stand 2026), wenn Du beispielsweise einen Tierarzt für Ludwigsvorstadt suchst, ist fellow für Dich unkompliziert erreichbar.

‍

Häufig gestellte Fragen

Fressen Welpen häufiger Gras als erwachsene Hunde?

Ja, jüngere Hunde zeigen laut der UC-Davis-Studie von 2008 signifikant häufiger Grasfressen als ältere Tiere. Gleichzeitig wirkten junge Hunde in der Untersuchung seltener vorher krank und erbrachen seltener danach als ältere Hunde. Ein Zusammenhang mit Geschlecht, Kastrationsstatus oder Rassegruppe ließ sich dagegen nicht feststellen. Das Verhalten scheint mit zunehmendem Alter also eher ab- als zuzunehmen, ein alleiniger Hinweis auf eine Erkrankung ist häufiges Grasfressen bei jungen Hunden damit nicht. Wenn Hunde Gras fressen, ist das gerade bei jungen Tieren also eher der Normalfall als die Ausnahme.

Wie kann ich meinem Hund das hektische Grasfressen abgewöhnen?

Ein kurzes Ableinen an bekannten Problemstellen sowie gezielte Ablenkung durch Kommandos oder Spielzeug helfen, das Verhalten in geordnete Bahnen zu lenken. Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf ausreichend Bewegung und Beschäftigung, da Langeweile das Grasen begünstigen kann. Tritt hektisches Grasen dauerhaft und trotz dieser Maßnahmen auf, sollte eine tierärztliche Untersuchung mögliche Magen-Darm-Ursachen ausschließen, bevor an reinem Training weitergearbeitet wird. Als Richtwert gilt: Solange dein Hund nur vereinzelte Halme frisst, musst du nicht eingreifen, erst regelmäßiges, hektisches Gras fressen beim Hund ist ein Signal, genauer hinzuschauen.

Was tue ich, wenn mein Hund statt Gras eine giftige Pflanze oder Schneckenkorn gefressen hat?

Kontaktiere umgehend deine Tierarztpraxis oder die nächste Tierklinik, löse aber kein Erbrechen ohne tierärztliche Anweisung aus. Halte nach Möglichkeit fest, welche Substanz oder Pflanze betroffen ist, in welcher Menge und seit wann. Bei Schneckenkorn wirken die enthaltenen Nervengifte oft bereits innerhalb weniger Stunden, weshalb schnelles Handeln die Prognose deutlich verbessert. In München sind Schnecken nach feuchten Tagen etwa rund um den Weißenseepark in Giesing oder entlang der Isar bei Harlaching verbreitet, bei ungeklärten Symptomen nach einem Spaziergang dort hilft eine Abklärung bei einem Tierarzt für Giesing oder einem Tierarzt für Harlaching weiter. Genauso wichtig: Hört dein Hund nicht auf, hektisch Gras zu fressen, oder kommen Erbrechen, Zittern oder Teilnahmslosigkeit hinzu, ruf direkt in der Praxis an.

‍

Hat die Futterart Einfluss darauf, wie oft ein Hund Gras frisst?

Nein, in der zugrunde liegenden Verhaltensstudie fand sich kein Zusammenhang zwischen Trocken-, Nass- oder Rohfütterung und der Häufigkeit oder Art des Grasfressens. Auch ein gezielt erhöhter oder reduzierter Ballaststoffanteil im Futter veränderte das Verhalten in kontrollierten Untersuchungen nicht. Grasfressen lässt sich damit nicht zuverlässig über eine Futterumstellung steuern, unabhängig vom Futter gilt offenbar: Manche Hunde fressen einfach gerne Gras.

‍

Wie erkenne ich eine gute Tierarztpraxis, wenn sich das Verhalten meines Hundes plötzlich verändert?

Eine gute Anlaufstelle erkennt man an kurzfristiger Erreichbarkeit, hausinterner Diagnostik wie Labor und Röntgen sowie an einer nachvollziehbaren, transparenten Kostenaufstellung vor der Behandlung. fellow bietet erweiterte Sprechzeiten von Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr sowie samstags von 10 bis 18 Uhr, ein hauseigenes Labor für schnelle Befunde und digitales Dentalröntgen für Diagnostik vor Ort. Termine am selben Tag sind bei akuten Verhaltensänderungen wie plötzlichem, hektischem Grasfressen in der Regel möglich, die Kosten werden vorab transparent kommuniziert.

‍

Weitere Beiträge entdecken

animal
topic
Hund
Gesundheit

Cushing Syndrom Hund

Cushing beim Hund erkennen: Erfahre alles über typische Symptome, Ursachen, Diagnose, Behandlung und Prognose.

animal
topic
Katze
Gesundheit

Gladiolen giftig für Katzen

FORL bei Katzen erkennen: Erfahre alles über typische Symptome, Ursachen, Diagnose, Behandlung und Kosten.

animal
topic
Katze
Krankheit

Katzenkrankheit FORL

FORL bei Katzen erkennen: Erfahre alles über typische Symptome, Ursachen, Diagnose, Behandlung und Kosten.

Bleib auf dem Laufenden. Melde Dich zu unserem Newsletter an und erhalte Tipps zur Gesundheit deines Tieres, Einblicke in unseren Praxisalltag und Infos zu neuen Angeboten.

Happy Haustier
Happy Life!

Vorsorge macht den Unterschied. Ob Check-up, Impfungen oder Parasiten-Schutz: Bei Fellow kümmern wir uns darum, dass Ihr Tier bestens begleitet wird.

Jetzt Vorsorgetermin buchen